Die zweite Woche war der reinste Abenteuerurlaub, also ich hab mir die Abenteuer ausgedacht und meine Cousine dazu gebracht, sie auszuführen :-)
In der zweiten Woche hat es nicht mehr geregnet. Nachdem die Nacht von Sonntag auf Montag die kälteste Nacht war, wurd es danach angenehm warm. Wir sind aufs Land gefahren. Meine Cousine und ich haben Unmengen an Mandarinen gepfügt und Saft daraus gemacht. Haben auch die Orangenbäume gepfändet und auch diese wurden zu Saft verarbeitet. Natürlich sind wir dazu auf die Bäume geklettert...
Auf dem Land sind auch etwa 11 Katzen, alles Nachfolger meiner Katzen von früher. Weil sie keine Namen hatten, hab ich ihnen Namen gegeben: Felix - nach seinem Urgroßvater (oder noch mehr Generationen, immerhin 16 Jahre her), Blacky - die ganz schwarze Katze, Luna - die ganz weiße Katze, Lufi - heult den ganzen Tag und den Namen fand ich entsprechend passend und Apepu - weil ich den Namen für eine Zitronenart so lustig fand. Der Rest ist namenlos geblieben...
Das waren aber nicht die einzigen Tiere, die ich gesehen habe. Auf dem Hof gab es auch Papageien, einen zahmen und zwei wilde. Hab den wilden Papageien immer wieder "Komm her!" zugerufen, bis es irgendwann von ihnen kam. War schöner, als wenn sie auf meinem Finger gesessen hätten... Hab mir die Büffel, die Emas (kleine Strausse) und Eulen angeschaut, waren aber alle scheu...
Força Alfa hat am Donnerstag ihren Dienst angefangen und zu dessen Einführung bin auch ich gegangen. Mein angeheirateter Cousin arbeitet bei der Militärpolizei und somit waren wir fast Ehrengäste. Der Governador Paranas (mein jetziges "Bundesland" hier) und fast alle Bürgermeister der Umgebung waren da. Die Polizei führte ihre Kämpfer, die Wagen, die Boote und auch den Heli vor. Warum? Ich befand mich an der Grenze zu Paraguay und von dort werden Unmengen an Drogen, Zigaretten usw. geschmuggelt. Unter anderem auch über das Land meiner Verwandten, bin selbst diese Wege abgegangen. Wird Zeit, dass endlich eingegriffen wird, denn bisher gab es kaum einen Widerstand gegen diese Schmuggler...
Eine Fahrt ging nach Paraguay. Dort hab ich etwas eingekauft - natürlich! In Paraguay gibts die Dinger billiger. Meine Cousine und ich haben in einem Laden unheimlich viele Hosen gefunden. Haben sie alle in einen Einkaufswagen gepackt, waren total happy, bis wir zu den Umkleidekabinen kamen. Dort stand: "Kleidungsstücke dürfen erst nach dem Bezahlen anprobiert werden." - natürlich auf Spanisch. Damit war der Tag verdorben. Wir ließen den Wagen stehen und gingen ins nächste Geschäft.
Streiche hab ich natürlich auch gespielt. Ziel war mein angeheirateter Cousin, der Polizist. Zuerst schüttete ich etwas Wein in seine Cola. Er bemerkte es nicht, so schüttete ich wieder Wein rein. Alles lachte schon und er merkte es immer noch nicht. Ein anderer Cousin gab mir einen anderen Wein und diesen bemerkte er schließlich. Bei der nächsten Zusammenkunft bat er mich, dass ich ihm nicht wieder Wein in die Cola mische. Okay... Er traute sich aber ein Wasser von mir zu bestellen, geeist, wie es hier so schön heißt. Ich ging zum Kühlschrank und fand einen Metalbecher voller geeistem Wasser. Brachte ich ihm natürlich. Damit war er abgelenkt und ich konnte ihm Salz in das Wasser schütten. Er hat sogar den halben Becher Salzwasser ausgetrunken.
Bumm, knallte es immer wieder auf dem Dach. Als ich nachfragte, wurde mir erklärt, dass das Mangos seien. So überredete ich meine Cousine, aufs Dach zu klettern und mir ein paar zu pflücken. Eigentlich wollte ich mit aufs Dach, aber dieses Klettern war echt heftig und somit begnügte ich mich damit, Fotos zu machen. Jetzt hab ich gaaanz viele Mangos!
Natürlich habe ich auch Eis in der Eisdiele gegessen! Kein Vergleich mit deutschem Eis, aber schonmal etwas.
Als wir uns endlich einigten, dass ich in der Nacht von Sonntag auf Montag zurück nach Curitiba kommen sollte (mit meinem Polizistencousin), war für den Bus keine Fahrkarte mehr zu haben. Da die Karten meist reserviert waren, gab es aber doch eine Chance und so kaufte ich kurz vor knapp eine Fahrkarte im Leito - einem Liegebus oder so. War echt ein Luxusbus, mit Sitzen wie bei einem Firstclassflug, Kissen und Decken lagen bereit, gekühltes Wasser konnte sich genommen werden, Toilette war auch vorhanden und es gab einen Lunch zwischendurch. Ich hab super geschlafen, auch wenn der Mann neben mir geschnarcht hat. In Curitiba angekommen, brauchte ich mir keine Sorgen zu machen, wie ich nach Hause komme, denn mein Cousin wurde von seinem Chauffeur abgeholt. Ich wurde vor dem Haus abgesetzt und darf jetzt meinen Koffer auspacken...

Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen