Montag, 30. November 2009

Nachbesprechung

Heute haben wir die Kinder der Band aufgefordert, alles zu sagen, was ihnen am Samstag nicht gepasst hat. Sie haben gute konstruktive Kritik geleistet und natürlich war viel mehr passiert, als das, was wir Leiter mitbekommen haben. Diese blöden Techniker haben die Kinder richtig gequält! Mal schauen, ob ein kritisches Gespräch mit dem Schulleiter helfen wird...

Sonntag, 29. November 2009

Natürliche Betäubung

Heute war ich auf einem Hof, der sehr reichen Menschen gehört. Alles war wunderschön, jedoch hatten diese Menschen Borrachudos. Ich merkte es leider zu spät und schon waren meine Füße zerbissen. Toll, endlich lassen sich meine Arme wieder blicken, sehen meine Füße so aus... Mein rechter Fuß ist sogar teilweise betäubt, kann ihn dort nicht richtig spüren und ihn auch nicht richtig bewegen. Hoffentlich ist das bis morgen wieder weg!

Und plötzlich

haben wir den ersten Advent! Hab mich gestern noch gewundert, warum im Radio soviel Weihnachtsmusik kam, heute hab ich es im Kalender gelesen. Ansonsten kann man sich wohl kaum vorstellen, dass wir schon in der Weihnachtszeit sind, bei fast 30° draussen...

Feirinha

Heute haben meine Tante und ich einen Besuch auf der Feirinha gemacht (solltest du jemals in Curitiba zu Besuch sein, besuche am Sonntag die Feirinha. Das ist ein Markt, an dem unheimlich viele unterschiedliche und gute Sachen verkauft werden. Dazu gibts auf verschiedenen Stellen Livemusik). Es war voll und heiß (hab sogar einen Sonnenbrand), aber absolut erfolgreich! An einem Stand wollte ich indianische Musikinstrumente kaufen und besprach mich mit meiner Tante, welche Instrumente nicht komische Zeichen hätten. Der Junge hinterm Stand fragte auf einmal, ob wir Amerikaner wären. Nein, meinte ich, eine Deutsche, die andere Brasilianerin. Er schaute und fragte, ob meine Tante die Deutsche wäre. So habe ich ihm erklärt, dass ich die Deutsche sei und meine Tante die Brasilianerin. Das konnte er fast nicht glauben. Ich nehme mal an, dass sich mein Portugiesisch gebessert hat :-)

Basar in der Schweizer-Schule

Gestern war es endlich soweit, wir hatten Basar an der Schule. Alles fing ganz gut an. Fast alle Kinder waren rechtzeitig beim Treffpunkt und auch die Eltern waren rechtzeitig wieder aus dem Klassenraum draussen. Verkleidet gingen wir geordnet zum Sportplatz, wo die Tänze stattfinden sollten. Seit etwa 9 Uhr war es so schwül, dass ich schon beim Sitzen vollständig durchnässt war. Jetzt, gegen 11:30 Uhr ging es kaum zu ertragen. Wenigstens hatte sich die Sonne hinter dicken Wolken verkrochen. Wir hatten unseren Aufmarsch zur Herbstmusik von Vivaldi und setzten uns auf unsere Plätze. Die Spielgruppen tanzten, der Kindergarten 1 tanzte, der Kindergarten 2 wollte gerade anfangen, da begann ein Platzregen. Alle Menschen sammelten nur ihre Kinder ein und liefen unters Dach. Da dieser Platzregen zwar so stark wie ein Platzregen war, aber nicht mehr aufhörte, verlagerten wir die weiteren Vorführungen in die Turnhalle (was von Anfang an hätte gemacht werden sollen, wo aber ein Mensch dieser Schule den Blick nicht für hatte). Die Jungen tanzten gut zur Musik "Der Herbst, der Herbst, der Herbst ist da". Danach kamen unsere, als Prinzessinnen verkleidete Mädchen und tanzten zur Musik "Die Eisprinzessin". Das Publikum war beeidruckt, es sah aber auch unheimlich süß aus. Zum Schluss dieses Teils tanzte unsere Klasse noch zum Lied von Rolf Zuckowsky "Wir wollen Sonne", was in dem Moment möglicherweise jeder dachte.

Endlich hatte ich eine kleine Pause. Ich gönnte mir etwas zu Essen und fing dann an, die Jungs und Mädels für das Einsingen zu sammeln. Wir sangen uns ein und ich merkte schon, die Stimmung war nicht so gut. Als ich den Raum verließ und mit Joel sprach, merkte ich, dass die Stimmung auch ausserhalb des Raumes nicht die beste war. Leider war wieder dieser Tontechniker angestellt worden, der von nichts eine Ahnung hat. Der Bass war dreimal zu laut gestellt, Backing dafür nicht hörbar. Gleiches galt auch für das Schlagzeug, die tiefen Töne waren zu laut, die Becken nicht hörbar. Wenn wir etwas gesagt haben, dass es zu laut wäre, hat er alles ganz abgestellt. Wenn wir gebeten haben, dass er es etwas lauter stellt, dann hat er gleich ganz laut aufgedreht. Für manche Lieder haben wir gebeten, dass die Nebelmaschine abgestellt wird, dann wurde sie natürlich extra aufgedreht. So war der Sound sehr schlecht und insgesamt einfach dröhnend, so dass mehrere Leute einfach gegangen sind (ich kann es ihnen nicht verdenken). Auch ich habe mich zwischendurch einfach nach draussen verzogen, damit die Ohren sich erholen konnten. Gemein fand ich es einfach den Schülern gegenüber, die so lange geübt haben und denen dieser Mensch einfach den Auftritt und den Tag verdorben hat.

Natürlich gab es auch mehrere schöne Momente: Die Band hatte mir vorher schon verraten, dass es eine Überraschung für den Schulleiter und für Joel als Bandleiter geben würde. Das war genug, damit ich nicht misstrauisch wurde, denn die Überraschung sollte auch mir gelten. So bekam ich als Dankeschön für meine Arbeit in der Band eine große Dose mit vielen verschiedenen Sorten Kaffee und anderen Leckereien. Das fand ich sehr süß!

Dann kam noch eine Mutter eines Kindes aus meiner Klasse auf mich zu und fing ein Gespräch mit mir an. Unter anderem fragte sie, ob ich wüsste, was ihr Sohn von mir halten würde. Natürlich weiß ich sowas nicht. Sie meinte, er würde mich "Honigblume" (Flor de mel) nennen. Sie wusste nicht, woher er diesen Ausdruck hatte. Ich fand das unheimlich süß!

Freitag, 27. November 2009

Üben, üben, üben...

Morgen ist das letzte große Fest an der Schule, an dem ich mitmachen werde. Dafür wurde wieder viel geübt und vorbereitet. Bin mal gespannt, ob das Fest auch gut wird...

Mittwoch, 25. November 2009

Papageien

Als ich heute in den Supermarkt ging, fiel mir ein lautes Geräusch über mir auf. Ich schaute nach oben und da waren tatsächlich wilde Papageien im Baum. Ich war überrascht, in einer Großstadt, diese Papageienart zu sehen, aber es hat mich gefreut. Es sind übrigens diese Papageien gewesen, die die Größe eines Wellensittichs haben. Voll süß!

Der Kuchen

Gestern Abend wollte ich einen Restekuchen backen, um so Dinge wie Mehl u.ä. aufzubrauchen. Ich hatte allerdings nicht mehr viel Mehl und keine Margarine mehr. Die Margarine tauschte ich dann gegen Milchmädchen aus, was ja auch sehr fetthaltig ist. Vom Mehl her schaute ich direkt nach einem Rezept, wo nicht soviel Mehr gebraucht wird. Ich warf alles zusammen und dachte mir so: "Das ist aber ganz schön wenig Teig für einen Kuchen!" So nahm ich eine kleine Form, füllte den Teig rein und steckte alles in den Backofen. Nach einer Zeit nahm ich den Kuchen kurz raus. Der war richtig schön aufgegangen, bis an den oberen Rand der Kuchenform. Ich schüttete etwas Milchmädchen über und war der Meinung, dass der jetzt wohl zusammenfallen würde. Von wegen, der ist weiter aufgegangen und als ich nach fünf Minuten wieder kam, war der halbe Teig im Backofen verteilt. Leider ist der Rest dann nicht ganz gar geworden, ich habe den Kuchen kurzerhand aus dem Ofen genommen. Er ist auch wieder ganz in sich zusammen gefallen. Da der halbe Teig im Ofen verteilt ist und nur noch der Rest in der Form ist das jetzt wirklich ein ganz kleiner Kuchen...

Dienstag, 24. November 2009

Zahnbürste

Anscheinend habe ich nach etwa einem Jahr eine Zahnbürste gefunden, die sich länger als eine Woche hält. Zumindest putze ich mit dieser Zahnbürste schon seit 10 Tagen und sie ist noch nicht "welk". Das hatte ich ja nicht mehr gedacht, dass ich hier eine finden würde, dabei hatte ich schon fast alle aus meinem Supermarkt durch. Jetzt habe ich zum ersten Mal eine No-Name gekauft, die hat den Schwingkopf, wie die von Dr. Best. Jetzt kann ich endlich wieder richtig Zähne putzen!!!

Stich

Meine Arme sind zerstochen! Schon gestern Morgen sah ich, dass mein rechter Arm so ziemlich zerstochen ist und heute war mein linker Arm auch völlig zerstochen. Inzwischen sind auch schon beide Beine recht zerstochen und mein Bauch auch... Nun rätseln natürlich alle, was das sein könnte... Manche Lehrer tippen auf Mücken, andere wiederum auf Flöhe und eine Lehrerin meinte, dass das eine Sonnenallergie sei. Mein Bett hab ich durchsucht, einen Floh habe ich nicht gefunden. Alles Lebendige hab ich in meinem Zimmer totgeschlagen (bis auf meine tollen Pflanzen, die leben immer noch) und für die Sonne hab ich zur Zeit auch keine Zeit... Hoffentlich wird es wieder besser, denn das Zeug juckt!

Montag, 23. November 2009

Besonderer Gottesdienst

Gestern war ein besonderer Gottesdienst. Es wurde die Auswanderung der Menschen hier aus Russland gefeiert (etwa 80 Jahre her). Dazu gab es Berichte (sehr spannend), Fotos (sehr alt) und plattdeutsche Lieder! Als der Gottesdienst zuende war, gabs noch einen heftigen Regen. Ich brauchte meinen Rucksack und meine Cousine meinte, dass sie für mich das Auto näher stellen würde, damit ich nicht so nass würde. Sie hat mir sogar den Rucksack reingebracht, dafür musste ich sie - patschnass - umarmen! Dann war ich auch nass...

Churrasco

Da machen sich die Leute hier wohl um meinen Fleischkonsum sorgen :-) Am Samstag bekam ich zu Mittag sehr guten Churrasco, zum Abendessen nochmal einen besonders guten Churrasco und am Sonntag zu Mittag wieder einen guten Churrasco.

Knaps

Das ist ein Spiel, das ich gestern kennen lernen durfte und das schon mein Vater gespielt hat. Ich weiß leider nicht genau, wie man das rechtschreiblich richtig schreibt, ob das - nach Erfindung der Schrift - überhaupt schonmal aufgeschrieben wurde... Anscheinend ist das Spiel nur in der Gegend von Paraguay/Brasilien Grenzbereich bekannt. Es hat für mich etwas wie Billard. Es gibt weiße und schwarze Holzknöpfe. Jeder Spieler (man kann es zu zweit oder als Team zu viert spielen) bekommt einen Klopper, einen größeren Knopf aus Holz. Diesen schießt man mit dem Mittelfinger auf seine Knöpfe und versucht sie so in eines der vier Löcher zu versenken. Dazu gibt es noch fünf Könige, die drei von den eigenen Knöpfen gelten. Ich hab schon beschlossen, dass ich dieses Spiel in Deutschland für mich bauen lassen werde und lade jetzt schon zum Knapsspielen ein!

Hundeliebe?!

Wer mich kennt weiß, dass das unmöglich ist. Völlig geschockt musste ich jedoch feststellen, dass ich am letzten Wochenende einen Hund liebgewonnen habe. Er erschlich sich meine Liebe, indem er mir überall hingefolgt ist und schlussendlich sogar aufs Wort gehorcht hat. Für mich hat er sich sogar auf den Rücken gelegt, damit ich ihn mit dem Fuß, bzw. Schlappen streicheln konnte (mit der Hand hab ich ihn nicht einmal angefasst). Das macht er sonst nicht so leicht... Besonders schön war er übrigens nicht. Wegen der Hitze hat meine Cousine ihm einfach seine Haare geschnitten, sah mehr verschnitten aus, war also eher eine praktische Frisur :-)

Samstag, 21. November 2009

Tierchen...

Gestern Abend war eine Fliege (so'n dicker Brummer) und zwei Mücken in mein Zimmer gelangt. So verbrachte ich den Abend teilweise mit dem Jagen dieser Tierchen. Irgendwann hab ich gedacht, dass es auch egal sei und bin ins Bett gegangen. Heute Morgen, als ich nach dem Duschen mein Bett machte, krabelte eine grosse, braune Spinne aus der Decke heraus. Diese braunen Spinnen sind gefährlich, wenn man einen Stich von denen hat, kann man daran sterben. So gab ich einen Schrei von mir, holte Toilettenpapier (werde die Spinne ja nicht auf meinem Bett zerquetschen) und quetschte sie ins Toilettenpapier. Vorher habe ich der Spinne und auch mir, ganz Lehrerin-like, Transparenz gegeben, was jetzt passieren würde und was ich von ihr (der Spinne) erwarte. Dass ich sie jetzt also töten wollte und dass sie sich das gefälligst beim ersten Mal schon erwischen lassen soll. Das hat anscheinend geholfen, denn die Spinne hat mir keine Probleme gemacht. Danach juckte hier was und da was, aber scheinbar hatte mich dich Spinne nicht erwischt :-)

Donnerstag, 19. November 2009

Sehr Teig!

Ist hier ein totales Modewort - natürlich auf Portugiesisch, aber auf Deutsch hört es sich nochmal so schön an. Heißt einfach nicht mehr als "sehr cool" und hört sich hier so an: "Muito massa!" Ich habe mich erkundigt, es heißt wirklich "sehr Teig" und nicht "viel Teig", "viel Teig" würde auf Portugiesisch "muita massa" heißen... Vielleicht setzt es sich in Deutschland ja auch irgendwann durch ;-)

Gesundes Frühstück mal anders

Wir haben in dieser Woche gesundes Essen als Thema und dazu gab es heute ein gemeinsames und gesundes Frühstück. Ich glaube ein Deutscher hat ziemlich genaue Vorstellungen von einem gesunden Frühstück. Ich hatte zumindest welche... Sagen wir mal, es gibt Übereinstimmungen: Es gab Tomaten, Mais und eingelegte Gurken. Von weißem Toastbrot, Schinken, Käse, Mayo und Saft war ich aber nicht so sehr überzeugt :-) Da hat mir der Obstsalat (als Nachtisch) doch gesünder gedünkt...

Das war so klar

Nach etwa einem halben Jahr schneide ich in der Schule wieder Obst. Schon als ich das Messer in die Hand nahm, dachte ich, dass das nicht gut gehen würde. Und wirklich, bei den Kiwis schneide ich mir in den linken Daumen. Ein kurzer Schrei, ein Pflaster und schon geht es weiter. Bei den Orangen treffe ich dann den rechten Daumen. Gut, hab ich zwei Pflaster. Als ich jedoch weiterschneide, sehe ich plötzlich eher eine Blutorange, als eine richtige Orange. Da hab ich meine Kollegin gebeten, weiter zu schneiden, mein linker Daumen hat einfach total geblutet!

Mittwoch, 18. November 2009

Aufräumaktion!

Endlich habe ich mal wieder die Zeit gefunden, mein Zimmer aufzuräumen. Das war aber auch nötig, der Staub lag schon dicke... Wenn das so weitergeht, werde ich erst beim Auszug wieder die Zeit zum putzen finden! Apropos Auszug: Nur noch genau einen Monat, dann ist die Schule hier für mich vorbei. Das ist mir heute bewusst geworden. Wahnsinn, wie die Zeit vergeht!

Dienstag, 17. November 2009

Wo sind nur unsere Kinder geblieben?

Das war die Frage, die Giliane und ich uns am Montag stellten. Unsere Kinder sind nicht einfach und sie stellen viel an, aber Montag waren sie besonders schlimm und wir beide waren am Mittag völlig fertig... So kam es, dass Kinder aus dem Kindergarten II vor unseren Türen mit Erde auf Plakaten für den Basar malten. Einer unserer Jungs ist dahin gegangen, hat das Plakat genommen und ausgeschüttelt und somit die Arbeit zerstört. Es gab keinen Grund, einfach nur Zerstörungswut. Dieser Junge war übrigens nicht der, der am Anfang für soviel Arbeit geleistet hat. Es ist der, der die Rolle übernommen hat.

Der andere hatte sich in letzter Zeit sehr ruhig gehalten. Leider beschloss er das am Freitag zu ändern und warf einen ziegelsteingroßen Stein auf den Mann, der den Verkehr beim Pitstop regelt. Den Grund haben wir bisher noch nicht herausgefunden, angeblich wollte der Jungen den Mann vor etwas schützen, aber mit solch einem Stein???

Jabuticaba

Am Samstag bin ich zwei Stunden bis zu meinem Opa gelaufen. Es war unheimlich schwül und ich hatte das Gefühl, es ging nicht voran (die Strecke ist auch in 1,5 Stunden zu schaffen). Da es nach Regen aussah, gingen mein Opa und ich direkt Jabuticaba pflücken (interessante Frucht, schmeckt etwas nach Heidelbeere: http://kapriplantas.com/kapri/imgprods/jabuticaba_.jpg als Foto und http://www.obst-gemuese.at/product/pages/jabuticaba mit Erklärung). Wir standen unterm Baum, als ich erste Regentropfen spürte. Ich schaute den Himmel an und meinte nur noch zu meinem Opa, dass wir besser sofort reingehen sollten. Wir waren kaum im Haus, als ein heftiges Gewitter, mit starkem Sturm ausbrach. Natürlich regnete es an verschiedenen Stellen rein (am Montag haben wir sogar noch Stellen in der Schule gefunden, wo das Wasser noch stand) und der Strom fiel auch aus... Nach etwa einer halben Stunde war das "Strömen" aber vorbei und wieder schönes Wetter!

Wetter

Der Tag beginnt zur Zeit immer recht kühl, völlig bewölkt und irgendwie ungemütlich. Das bleibt nicht so, leider aber bis fast 11 Uhr, so dass man sich trotzdem warm anmumpeln muss... Danach wird es sehr, sehr heiss, so dass einem der Schweiss schon vom Sitzen runterläuft. Sich angemessen zu kleiden geht nur in etwa: Am Morgen kann man noch fast die Winterjacke rausholen. Am Nachmittag ist Bikini die einzige Möglichkeit :-) Das habe ich aber in der Schule noch nicht ausprobiert...

São Paulo II

Jetzt ist es leider länger geworden, bis ich wieder Zeit für meinen Blog finde... Aber heute möchte ich den Rest über die Zeit in São Paulo berichten:

Nach dem vorbildlichem Aufräumen der Sachen, fuhren wir ins Hotel zurück. Wir nahmen an, dass die Rückfahrt diesmal schneller gehen würde, da der Busfahrer die Strecke ja schon einmal fuhr. Scheinbar hatte er sich aber vorgenommen, genau die gleiche Strecke zu fahren, die er auch am Vorabend fuhr. Leider hat er ein paar der Straßen vergessen, oder sich verzählt, zumindest kamen wir nach nur 30 Minuten im Hotel an (ich erinnere, wir fuhren 4 km). Am Abend bekamen alle Teilnehmer ein Abendessen von der Schule spendiert.

Am Sonntag fuhren wir wieder zurück nach Curitiba. Die Rückreise war relativ unspektakulär. Leider begann es zu regnen, also mehr zu strömen. Der Bus kam trotzdem gut durch. Als wir in der Schule ankamen, merkten wir, dass der Kofferraum mit unserem Equipment nass geworden war. So packten wir alles schnell in den Musikraum und gleich aus, nicht, dass alles kaputt geht. Scheinbar hat alles die Wanne überstanden, zumindest hab ich noch keine Klagen gehört...

Völlig übermüdet fuhr ich nach Hause, nur um am Montag dann direkt wieder zur Arbeit zu fahren...

Mittwoch, 11. November 2009

Herbst?

Schon letzte Woche fiel mir auf, dass die Bäume ihre Blätter gelb färben und fallen lassen. Auf der Fahrt nach São Paulo habe ich mir dann überlegt, dass es den Bäumen wie uns geht. Das Wetter ist so schnell von Winter auf Sommer gesprungen, dass die Bäume schonmal Herbst spielen, bevor wieder der Winter einbricht. Prompt gibts seit Sonntag immer wieder starke Regenschauer und Sturmwinde...

Über São Paulo schreibe ich wieder, wenn ich etwas mehr Zeit finde...

Dienstag, 10. November 2009

São Paulo

Wahrscheinlich warten einige von euch schon ganz gespannt auf meinen Bericht über den Wochenendausflug nach São Paulo? Nun ja, ich erhole mich langsam und werde euch heute etwas berichten:

Am Freitag, gleich nach der Schule ging es los. Vor der Schule stand ein relativ gemütlicher Bus, in den wir einstiegen, je nach Alter eher weiter nach vorne oder nach hinten... Die Fahrt war wirklich nett. Wir hielten einmal an und kamen nach 6,5 Stunden endlich in São Paulo an. Zuerst packten wir alle Instrumente in die Schule, dann ging es ab zum Hotel. Nun ist es hier nicht normal, dass der Busfahrer die Qualitäten der Orientierung oder der Straßenkenntnis hat. So brauchten wir für die 4 Kilometer bis zum Hotel auch nur 40 Minuten. Irgendwann wurde es sogar den Schülern zu bunt, als wir nämlich das dritte Mal an der gleichen Stelle waren.

Am Abend wollten wir mit der ganzen Gruppe im Shopping gegenüber Essen gehen. Mutig überquerten wir die Straße, nur um direkt in eine Gang reinzulaufen. Der Direktor sorgte aber schnell dafür, dass wir wieder aus der Gang rauskamen und uns kurz sammelten. Eine der Lehrerinnen ging vor und wir hatten jeder nur eine Aufgabe: Den Blick immer auf den Bekannten vor uns zu richten. So kamen wir bis zu den Sicherheitsbeamten, die gerade den Shopping sperren wollten (wegen der Gang und der Angst vor Randalen/Überfällen usw.). Die Lehrerin sprach mit dem Sicherheitspersonal und konnte sie überzeugen, dass wir wirklich Gäste aus der Schweizerschule in Curitiba waren. So musste sie neben den zwei "Bullen" stehen und sagen, wer dazugehörte und wer nicht. Wer sich dazwischen mogelte, wurde schonungslos zur Seite geschubst, aber wir kamen alle wohlbehalten durch.

Das gemeinsame Essen war dann doch irgendwie getrennt: Wir Lehrerinnen saßen mit unserem Direktor (als Hahn im Korb) an einem Tisch, während das männliche Personal die Kinder betreute. Das Thema war dementsprechend: Wir sprachen über den gutaussehenden Sicherheitsbeamten der in der Schule arbeitet. Wir behaupteten natürlich, dass deswegen soviele Mütter die Einschreibung an der Schule machen, weil dieser gutaussehende Sicherheitsbeamte da sei. Der Direktor nahm das alles sehr zu Herzen und wollte diesen Sicherheitsbeamten sofort entlassen. Als am Montag ein anderer Mann da stand, waren wir Lehrerinnen natürlich alle sehr betrübt. Es war aber nur Zufall, eine Vertretung, heute stand wieder der richtige Mann da :-)

Bei der Rechnung haben wir wieder gemerkt, dass man nicht unbedingt rechnen können muss, um Kellner zu sein. Es ist in São Paulo wohl üblich, dass man vor dem Bestellen, ohne Aufforderung, sagt, dass man später getrennt zahlen möchte. Sonst muss später einer die Rechnung begleichen. In unserer Unwissenheit haben wir natürlich erst etwas gesagt, als wir die Rechnung bestellten. Wir wunderten uns schon, dass drei Kellner nacheinander bei dieser Information flüchteten und wir schließlich lautstark die Rechnung verlangten. Der erste Kellner behauptete, den Taschenrechner zu holen. Der zweite behauptete das Gleiche, der dritte Kellner behauptete schließlich, dass das System ausgefallen sei. Der vierte Kellner erklärte uns schließlich, dass wir vorher hätten sagen müssen, dass wir getrennt zahlen wollten. Die Sekretärin (unserer Schule, die uns begleitete) meinte daraufhin, dass das doch kein Problem sei, wo der Mann doch die Gesamtrechnung in der Hand hielt. Er schaute sie verdutzt an und sie meinte, man könne ja auch im Kopf oder auf Papier rechnen. Er verschwand... Wir lästerten! Chris hatte aber gerade noch die Rechnung erwischt und so fing sie an, auf dem Papierset, die einzelnen Rechnungen aufzustellen. Zwei Lehrerinnen kontrollierten ihre Rechnung mit dem Handytaschenrechner (davon ein IPhone, es muss also richtig gewesen sein). Es sammelten sich mehrere Kellner um uns, um dieses Spektakel zu beobachten, denn jeder Lehrer hatte eine andere Zahlungsart. Der Kellner, der schließlich die Zahlung annahm, war am Ende ganz verwirrt, wusste selbst nicht, was er da tat und vertraute voll und ganz auf Chris Rechnung. Sie rechnete am Ende alles zusammen, um so die Kontrolle zu machen. Es fehlten genau 30 Real. Da sahen wir, dass das das Trinkgeld war, das schon ausgerechnet war. Wir schmissen alle ein paar Münzen zusammen und kamen schnell auf das Trinkgeld. Ich glaube, alle Kellner haben aufgeatmet, als wir endlich das Restaurant verließen :-)

Auf dem Rückweg (etwa zwei Stunden nach der Ankunft im Shopping), war die Gang immer noch da. Wir versuchten wieder mit der gleichen Methode - Schau auf deinen Vordermann und verlier ihn nicht - durch die Gang ins Hotel zu kommen und es klappte!

Nach einer unruhigen Nacht (sehr heiß, unruhige Zimmernachbarin) gings in den Samstag. Das Frühstück war lecker, viel Kuchen und frisches Obst :-) Danach gings zur Schule. Da wir mit den Kids nochmal ein paar Stellen durchgegangen sind, weiß ich nichtmal, ob die Fahrt ohne Umwege zustande ging. Dort angekommen, haben alle gut angepackt und innerhalb kürzester Zeit war die Bühne mit allen Sachen aufgebaut. Wir schlenderten etwas über den Bazar. Es war wirklich schön, viel gute Sachen und ich bekam Lust zum Einkaufen.

Dann war es endlich soweit, die Schülerband hatte ihren Auftritt. Sie spielten und sangen wirklich gut. Und da wir einen professionellen Tontechniker hatten (ich wusste gar nicht, dass es hier sowas gibt), klang es einfach sehr gut! Wir Lehrer waren die größten Fans und tanzten ausgelassen. Die Leute aus São Paulo waren nicht so bewegungsfreudig und so waren wir schnell bekannt :-) Ein paar der Paulistas trauten sich zu uns und forderten die eine oder andere Lehrerin zum Tanzen auf... Am Ende räumten alle Schüler und Lehrer brav auf.

Weiteres gibt es in den nächsten Tagen!

Mittwoch, 4. November 2009

Theorie

In warmen Ländern essen die Menschen salziger. Aufgrund dieser Tatsache habe ich eine Theorie aufgestellt:

Menschen sind wie rohes Fleisch, sie sind ja aus Fleisch. Frisches und rohes Fleisch legt man ja zur Haltbarkeit in den Kühl- oder Gefrierschrank. Da es aber nicht immer einen Kühlraum zur Verfügung gibt, kann man Fleisch auch mit Salz haltbar machen. So müssen sich Menschen in wärmeren Ländern auch mit Salz konservieren :-)

Frühling?

Es kam die Schweinegrippe. Wegen der Schweinegrippe wurden uns die Frühlingsferien gestrichen. Und jetzt gabs nichtmal den Frühling. Von sehr kalt ist es sehr heiß geworden. Also ich hätte mich schon über den Frühling gefreut...

Andirá II

Am Abend haben wir uns den Luxus gegönnt und eine DVD ausgeliehen, dessen Name nur nebensache ist. Mitten im Film liefen plötzlich kleine Eidechsen durchs Haus. Ui, da hab ich erstmal geschrien und mich danach auch wieder beruhigt. Mein Cousin meinte nur ganz locker, dass das normal ist und dass die immer im Haus sind. Jetzt wurde mir langsam klar, warum ich unter so einem Netz geschlafen habe und warum dieses Netz überall festgesteckt werden musste...

Am Montag Morgen hab ich erstmal ein arabisches Frühstück bekommen, bzw. ein Ei in Wasser, war superlecker! Dann haben wir noch frische Bananen von der Bananenplantage geholt. Eigentlich wollte ich nur ein paar. Das müssen aber so 20 Kilo gewesen sein. Die Tüte mit den Bananen war auf jeden Fall schwerer als der Koffer. Und dann ging es um die heiße Mittagszeit wieder in den Bus.

Natürlich kam der Bus wieder zu spät und so fuhren wir wieder pünktlich 15 Minuten zu spät los. Der Busfahrer hielt auch nicht viel vom schnellen Fahren, so hatten wir bei der Ankunft etwa 1,5 Stunden Verspätung.

Auf der Fahrt, so kurz vor der Pause (die jedem logisch denkenden Mensch klar war), ging ein Mann auf die Toilette. Ich finde, er hätte sein Geschäft noch die Restzeit festhalten können. Ich saß im vorderen Teil des Busses und musste mich zusammenreissen. Leider war das noch nicht alles. Als ich mich endlich an den Geruch gewöhnt hatte, kam der zweite Mann aus der Toilette. Er hatte sich wohl gedacht, wenn schon, dann machts keinen Unterschied mehr. Zum Glück rollte der Bus schon auf den Parkplatz und alle Gäste stürmten raus, um wieder frische Luft zu bekommen!

Dienstag, 3. November 2009

Mein Wochenende in Andirá

Am Freitag packte ich mein Köfferchen für mein letztes verlängertes Wochenende in Brasilien. Ich war nicht wirklich ausgeschlafen und freute mich über ein wenig Entspannung. Punkt 16 Uhr war ich am Busbahnhof, mein Bus leider nicht. So fuhren wir mit etwas Verspätung (nur 15 Minuten) los, da noch alle Koffer ordnungsgemäß eingepackt wurden. Wir kamen auch bis zum Ausgang des Bahnhofs, als der Bus auch schon das erste Mal anhielt. Drei (laute) Damen stiegen ein. Leider waren somit die Zeiten von einem alleinigen Platz vorbei. Wenigstens hatte ich einen Fensterplatz gekauft, so konnte ich mir Musik in die Ohren stecken und die Landschaft bewundern. Nach 6,5 Stunden Busfahrt, mit nur einer halben Stunde Verspätung kamen wir endlich in Andirá an, wo ich schon von meinem Cousin Lincoln und seiner Frau Monica erwartet wurde. Eigentlich wollte Lincoln mir einen roten Teppich auslegen, aber er hatte keinen gefunden. Auch der Posaunenchor hatte leider abgesagt. So waren nur jugendliche Kids mit ihren Autos da. Naja, Autos waren das nicht unbedingt, eher übergroße Lautsprecher auf Rädern. Sah aus, wie aus den 80ern geklaut. Aber die Lautstärke war wie beim Posaunenchor...

Am Samstag bin ich erst um 9:30 Uhr aus dem Bett gekrochen, da stand die Sonne schon hoch und der Schweiss lief schon beim Sitzen den Rücken runter. Das Frühstück ging nur langsam, sonst lief der Schweiss ins Essen. Nach dem Mittagessen (auch langsam) gings ab in die Universität. Früher war das eine der besten Universitäten für Landwirtschaft. Groß und geräumig ist sie immer noch! Danach besah ich mir eine Zuckerrohrfabrik. Nicht schön, aber interessant.

Mein Cousin ist Bauer u.a. und deswegen darf es auch nicht an Jungvieh fehlen. In der Nacht von Freitag auf Samstag ist ein süßes kleines braunes Kälbchen geboren. Auf dem Hof liefen unzählige Glucken mit ihren Küken rum und im Schuppen hatten zwei Katzen Junge bekommen. So liefen da neun blauäugige, aber schon behaarte Kätzchen rum. Eine dieser Kätzen hat sich direkt in mein Herz gebissen... Nein, es war mein großer Zeh, aber die war mir ab dann die liebste. Ein zweites Kätzchen war um meine Sauberkeit bemüht. Als ich es auf den Arm nahm, leckte es erst die eine Hand "sauber", dann die andere. Als ich sie wieder absetzte, waren meine Füße dran. Toll, wo sich die Deutschen ja nicht so oft duschen und von den Brasilianern immer ausgelacht werden. Konnte ich mir eine Dusche am Tag sparen :-)

Am Abend - eigentlich war es mehr in der Nacht - ging es in eine Pizzaria. Dort eine gute Käsepizza gegessen und zum Abschluss ein Eis. Das war auf jeden Fall mehr als genug...

Am Sonntag kletterte ich noch verschlafener aus dem Bett. Die drückende Hitze ließ einen auch nicht wacher werden. Ein Blick auf das Thermometer - 28° und es war erst 10 Uhr am Morgen... Wie sollte ich diesen Tag nur überleben?

Bis zum Mittag lag ich, wie auch am Samstag, zum größten Teil in der Hängematte und las Asterix auf portugiesisch. Eine gemütliche Angelegenheit. Leider war unter der Hängematte ein Kaktus. So passte ich beim Ein- und Aussteigen besonders auf, wollte ja nicht im Kaktus landen. Mittag war eine Mischung aus brasilianischen und arabischen Köstlichkeiten. Am Nachmittag ging das Chillen weiter, etwas anderes war bei den fast 40° im Haus nicht möglich.

So, und wie es weiterging erfahrt ihr in den nächsten Tagen...