Dienstag, 20. Oktober 2009

Foz do Iguaçu II

Endlich im Hotel angekommen, duschten wir warm und zogen uns endlich wieder trockene Kleidung an. Da es bis zum Ende warm war, sind wir nicht durchgefroren, aber irgendwie waren die nassen Kleidungsstücke nicht so angenehm. Unsere nassen Schuhe stopften wir mit Zeitungspapier aus, damit wenigstens etwas Wasser rausgesogen werden konnte. Wir richteten uns eine Ruhezeit ein, in der jeder in sein Buch vertieft war. Danach ging es mal wieder in eins der Restaurants. Beide Restaurants (das vom Freitag und das vom Samstag) wurden uns mit Livemusik empfohlen. Wir haben sie (die Livemusik) allerdings nicht gefunden... Am Samstag gabs Oldies (also Musik aus den 80ern und 90ern) mit Videoclips, was schon echt witzig war. Danach gabs ne gute Nacht ;-)

Der Sonntag fing mit der Zeitumstellung an! Glücklicherweise haben wir den Wagen für eine Stunde später bestellt, so dass wir nicht ganz so früh rausmussten. Unser Fahrer war ein Indianer, vor 15 Jahren noch nackt und jetzt ganz zivilisiert und froh, aus dem Reservoir rausgekommen zu sein. Er war in etwa so gut drauf wie wir: Stellte uns gute Musik (Bee Gees, Queen, Village People u.ä.) an, wir sangen fröhlich und er war begeistert!

In Argentinien lud er uns bei den Wasserfällen ab. Deborah musste als Schweizerin das doppelte an Eintritt bezahlen, ich also die Hälfte von ihrem Eintritt - als Brasilianerin. Der Rundgang hat sich dann erstmal sehr gelohnt! Viel Wald, viel grün, einfach schön! Die Wasserfälle diesmal weder verregnet oder benebelt, sondern einfach nur voll Wasser! Auf dem Weg immer wieder diese Nasenbären oder wie auch immer diese Tiere heißen und die Eidechsen, bzw. auch Riesenechsen. Am Eingang hieß es noch, dass die Bootsfahrt gestrichen sei. Als wir beim Stand ankamen, waren für uns noch Plätze frei. Wir kauften die große Rundfahrt und warteten auf den LKW, der uns mitnehmen sollte. Währenddessen wurden unsere Beine von Borrachudos vollgestochen. Die Viecher sind schlimmer als Mücken, das Zeug tut weh. Man merkt den Einstich auch nicht, nur das Blut, das danach runterläuft... Schließlich kam der LKW und wir setzten uns auf die Ladefläche. Natürlich nicht auf dem Boden, es gab Bänke für uns. Es gab eine nette Führerin, die uns über Flora und Fauna aufklärte. Manches wollten wir lieber nicht wissen (welche Schlangen hier noch rumlaufen u.ä). Endlich am Fluss angekommen, durften wir noch eine Strecke zu Fuß gehen. Dann Schwimmwesten anziehen und die Tasche in eine andere, wasserfeste Plastiktasche stecken. Und dann ging es aufs Schnellboot. Schon zu Beginn sah das Wasser nicht gerade vertrauenserweckend aus. Wirbel und Stromschnellen waren eher beängstigend. Aber wir waren jetzt im Boot und es gab kein Zurück mehr. Die Fahrt war dann auch recht schön, wir fuhren Richtung Wasserfälle... Als das Boot dann auf der einen Stelle wegen der Strömung nicht mehr vorwärts kam, fing mein Herz schon gut an zu bibbern. Der Fahrer nahm nocheinmal gut Anlauf und schon waren wir fast unter den Wasserfällen und schließlich ganz drunter und ganz nass. Aber wir wurden ja vorgewarnt, dass wir dabei ganz und vollständig nass werden würden und das waren wir auch! Keine Stelle ist trocken geblieben. Gut, dass wenigstens teilweise die Sonne schien... Der Rückweg (natürlich zu Fuß) war dann etwas anstrengend mit den nassen Klamotten, aber okay. Bis zum Ausgang des Parks waren wir so trocken, dass die Klamotten nicht mehr ausgewrungen werden konnten. Unser Fahrer war begeistert, dass wir uns in das Abenteuer getraut haben!

Im Hotel durften wir uns glücklicherweise nochmal umziehen, obwohl wir schon ausgecheckt hatten. Dann die Überlegung: Direkt zum Flughafen? Deborah hatte nämlich vergessen, wann der Rückflug war und ich hatte es mir erst gar nicht gemerkt ;-) Wir beschlossen, dass es nicht schlimm wäre, direkt zum Flughafen zu fahren und von dort noch einmal loszuziehen, sollten wir zu früh da sein.

Auf dem Flughafen hatten wir dann Schwierigkeiten, den Teletext zu lesen. Scheinbar würde unser Flugzeug gerade starten... Wir liefen also zum Check-In und waren froh, dass wir noch eine halbe Stunde bis zur Boarding Time hatten. So gingen wir ganz gemütlich zum Wartesaal. Dort wurde unser Gate immer wieder geändert, obwohl es nur eine Handvoll davon gab. Endlich landete ein Flugzeug und ausgerechnet von der Varig, obwohl wir Gol gebucht haben und wer sich erinnert... mit der Varig hatte ich mal ein schlechtes Erlebnis! Die Insassen mussten schnell aussteigen und schon durften wir einsteigen (das Flugzeug war dementsprechend sauber). Wir hoben ab, blieben eine zeitlang oben und landeten wieder. Deborah meinte schon beim Anstoßen an der Erde, dass alles geschafft sei. Wir waren aber mit solch einem Tempo unterwegs, dass kurz darauf noch die Vollbremsung kam. So war ich erst beruhigt, als wir wirklich standen!

Eigentlich ist ja nichts schief gegangen... Kam uns irgendwie komisch vor!

Resümee: So schön, schön war die Zeit...

4 Kommentare:

  1. Haha, Indianer leben nicht im Reservoir, sondern in Reservaten :-)
    Wusste gar nicht, dass Schlangen "rumlaufen".
    Ich liebe deine Geschichten!

    LG, M.

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  2. Liebe Frau Lehrerin,
    der Mensch sprach Spanisch! Das versteh ich doch nicht :-) Aber danke für die Verbesserung!
    Und: Ich wusste, dass jemand das mit den rumlaufenden Schlangen kommentieren würde ;-)
    Ich grüße zurück!

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  3. ...auf jeden fall bist du krass, was du freiwillig alles da so mitmachst... *g*

    (chrisch)

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  4. Und ich würde es sogar jederzeit wieder machen! Es hat sich gelohnt, auch wenn ich sonst nicht so der mutige Typ bin ;-)

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