Dienstag, 3. November 2009

Mein Wochenende in Andirá

Am Freitag packte ich mein Köfferchen für mein letztes verlängertes Wochenende in Brasilien. Ich war nicht wirklich ausgeschlafen und freute mich über ein wenig Entspannung. Punkt 16 Uhr war ich am Busbahnhof, mein Bus leider nicht. So fuhren wir mit etwas Verspätung (nur 15 Minuten) los, da noch alle Koffer ordnungsgemäß eingepackt wurden. Wir kamen auch bis zum Ausgang des Bahnhofs, als der Bus auch schon das erste Mal anhielt. Drei (laute) Damen stiegen ein. Leider waren somit die Zeiten von einem alleinigen Platz vorbei. Wenigstens hatte ich einen Fensterplatz gekauft, so konnte ich mir Musik in die Ohren stecken und die Landschaft bewundern. Nach 6,5 Stunden Busfahrt, mit nur einer halben Stunde Verspätung kamen wir endlich in Andirá an, wo ich schon von meinem Cousin Lincoln und seiner Frau Monica erwartet wurde. Eigentlich wollte Lincoln mir einen roten Teppich auslegen, aber er hatte keinen gefunden. Auch der Posaunenchor hatte leider abgesagt. So waren nur jugendliche Kids mit ihren Autos da. Naja, Autos waren das nicht unbedingt, eher übergroße Lautsprecher auf Rädern. Sah aus, wie aus den 80ern geklaut. Aber die Lautstärke war wie beim Posaunenchor...

Am Samstag bin ich erst um 9:30 Uhr aus dem Bett gekrochen, da stand die Sonne schon hoch und der Schweiss lief schon beim Sitzen den Rücken runter. Das Frühstück ging nur langsam, sonst lief der Schweiss ins Essen. Nach dem Mittagessen (auch langsam) gings ab in die Universität. Früher war das eine der besten Universitäten für Landwirtschaft. Groß und geräumig ist sie immer noch! Danach besah ich mir eine Zuckerrohrfabrik. Nicht schön, aber interessant.

Mein Cousin ist Bauer u.a. und deswegen darf es auch nicht an Jungvieh fehlen. In der Nacht von Freitag auf Samstag ist ein süßes kleines braunes Kälbchen geboren. Auf dem Hof liefen unzählige Glucken mit ihren Küken rum und im Schuppen hatten zwei Katzen Junge bekommen. So liefen da neun blauäugige, aber schon behaarte Kätzchen rum. Eine dieser Kätzen hat sich direkt in mein Herz gebissen... Nein, es war mein großer Zeh, aber die war mir ab dann die liebste. Ein zweites Kätzchen war um meine Sauberkeit bemüht. Als ich es auf den Arm nahm, leckte es erst die eine Hand "sauber", dann die andere. Als ich sie wieder absetzte, waren meine Füße dran. Toll, wo sich die Deutschen ja nicht so oft duschen und von den Brasilianern immer ausgelacht werden. Konnte ich mir eine Dusche am Tag sparen :-)

Am Abend - eigentlich war es mehr in der Nacht - ging es in eine Pizzaria. Dort eine gute Käsepizza gegessen und zum Abschluss ein Eis. Das war auf jeden Fall mehr als genug...

Am Sonntag kletterte ich noch verschlafener aus dem Bett. Die drückende Hitze ließ einen auch nicht wacher werden. Ein Blick auf das Thermometer - 28° und es war erst 10 Uhr am Morgen... Wie sollte ich diesen Tag nur überleben?

Bis zum Mittag lag ich, wie auch am Samstag, zum größten Teil in der Hängematte und las Asterix auf portugiesisch. Eine gemütliche Angelegenheit. Leider war unter der Hängematte ein Kaktus. So passte ich beim Ein- und Aussteigen besonders auf, wollte ja nicht im Kaktus landen. Mittag war eine Mischung aus brasilianischen und arabischen Köstlichkeiten. Am Nachmittag ging das Chillen weiter, etwas anderes war bei den fast 40° im Haus nicht möglich.

So, und wie es weiterging erfahrt ihr in den nächsten Tagen...

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