Gestern war es endlich soweit, wir hatten Basar an der Schule. Alles fing ganz gut an. Fast alle Kinder waren rechtzeitig beim Treffpunkt und auch die Eltern waren rechtzeitig wieder aus dem Klassenraum draussen. Verkleidet gingen wir geordnet zum Sportplatz, wo die Tänze stattfinden sollten. Seit etwa 9 Uhr war es so schwül, dass ich schon beim Sitzen vollständig durchnässt war. Jetzt, gegen 11:30 Uhr ging es kaum zu ertragen. Wenigstens hatte sich die Sonne hinter dicken Wolken verkrochen. Wir hatten unseren Aufmarsch zur Herbstmusik von Vivaldi und setzten uns auf unsere Plätze. Die Spielgruppen tanzten, der Kindergarten 1 tanzte, der Kindergarten 2 wollte gerade anfangen, da begann ein Platzregen. Alle Menschen sammelten nur ihre Kinder ein und liefen unters Dach. Da dieser Platzregen zwar so stark wie ein Platzregen war, aber nicht mehr aufhörte, verlagerten wir die weiteren Vorführungen in die Turnhalle (was von Anfang an hätte gemacht werden sollen, wo aber ein Mensch dieser Schule den Blick nicht für hatte). Die Jungen tanzten gut zur Musik "Der Herbst, der Herbst, der Herbst ist da". Danach kamen unsere, als Prinzessinnen verkleidete Mädchen und tanzten zur Musik "Die Eisprinzessin". Das Publikum war beeidruckt, es sah aber auch unheimlich süß aus. Zum Schluss dieses Teils tanzte unsere Klasse noch zum Lied von Rolf Zuckowsky "Wir wollen Sonne", was in dem Moment möglicherweise jeder dachte.
Endlich hatte ich eine kleine Pause. Ich gönnte mir etwas zu Essen und fing dann an, die Jungs und Mädels für das Einsingen zu sammeln. Wir sangen uns ein und ich merkte schon, die Stimmung war nicht so gut. Als ich den Raum verließ und mit Joel sprach, merkte ich, dass die Stimmung auch ausserhalb des Raumes nicht die beste war. Leider war wieder dieser Tontechniker angestellt worden, der von nichts eine Ahnung hat. Der Bass war dreimal zu laut gestellt, Backing dafür nicht hörbar. Gleiches galt auch für das Schlagzeug, die tiefen Töne waren zu laut, die Becken nicht hörbar. Wenn wir etwas gesagt haben, dass es zu laut wäre, hat er alles ganz abgestellt. Wenn wir gebeten haben, dass er es etwas lauter stellt, dann hat er gleich ganz laut aufgedreht. Für manche Lieder haben wir gebeten, dass die Nebelmaschine abgestellt wird, dann wurde sie natürlich extra aufgedreht. So war der Sound sehr schlecht und insgesamt einfach dröhnend, so dass mehrere Leute einfach gegangen sind (ich kann es ihnen nicht verdenken). Auch ich habe mich zwischendurch einfach nach draussen verzogen, damit die Ohren sich erholen konnten. Gemein fand ich es einfach den Schülern gegenüber, die so lange geübt haben und denen dieser Mensch einfach den Auftritt und den Tag verdorben hat.
Natürlich gab es auch mehrere schöne Momente: Die Band hatte mir vorher schon verraten, dass es eine Überraschung für den Schulleiter und für Joel als Bandleiter geben würde. Das war genug, damit ich nicht misstrauisch wurde, denn die Überraschung sollte auch mir gelten. So bekam ich als Dankeschön für meine Arbeit in der Band eine große Dose mit vielen verschiedenen Sorten Kaffee und anderen Leckereien. Das fand ich sehr süß!
Dann kam noch eine Mutter eines Kindes aus meiner Klasse auf mich zu und fing ein Gespräch mit mir an. Unter anderem fragte sie, ob ich wüsste, was ihr Sohn von mir halten würde. Natürlich weiß ich sowas nicht. Sie meinte, er würde mich "Honigblume" (Flor de mel) nennen. Sie wusste nicht, woher er diesen Ausdruck hatte. Ich fand das unheimlich süß!

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